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Juni: Zukunft Wohnen

Immer mehr Menschen drängen in die Städte. Dieser Trend ist anhaltend und weltweit zu beobachten. Das hat viele Gründe. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf unser Zusammenleben? Für uns ganz besonders wichtig: Wie wirkt sich das auf Bedürfnisse hinsichtlich Größe und Ausstattung der Wohnungen aus? Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen sind notwendig, um ein gelungenes Zusammenleben zu ermöglichen? Was kann die Wohnwirtschaft dazu beitragen. Die Beantwortung dieser Fragen würde naturgemäß den Rahmen dieser Kolumne sprengen. Aber mir ist es wichtig darauf hinzuweisen, denn nur wer jetzt hinschaut, sich mit diesen Fragen auseinandersetzt und Vorschläge macht, kann die Zukunft beeinflussen und mitgestalten.

Allein in Wien wird der Zuzug so groß sein, dass in den nächsten 10-15 Jahren so viele Menschen erwartet werden wie Graz, die zweitgrößte Stadt Österreichs, derzeit Einwohner zählt: Mehr als 300.000.

Vor über 100 Jahren hatte Wien als Haupt- und Residenzstadt der Donaumonarchie bereits das erste Mal die zwei Millionen Grenze überschritten. Die Herausforderungen aufgrund des rasanten Bevölkerungsanstiegs und des damit einhergehenden Wohnraumbedarfs waren enorm. Als Folge des ersten Weltkriegs hatten die angespannten sozialen Verhältnisse ihren Höhepunkt erreicht. Schließlich wurde Wien im Jahr 1919 zur weltweit ersten sozialdemokratisch geführten Millionenstadt. Mit Einführung der Wohnbausteuer wurden kommunale Wohnbauprogramme finanziert und gleichzeitig verhindert, dass Private für Reparaturen an den in den Kriegsjahren vernachlässigten Häusern aufkommen konnten. An kommerziellen Mietwohnungsbau war gar nicht mehr zu denken. Aus diesen Jahren rühren auch noch grundlegende und bis heute in Geltung befindliche anachronistische Mieterschutzbestimmungen.

Erst kürzlich hat in Wien ein Wechsel an der Spitze der Politik stattgefunden: Langzeit-Bürgermeister Michael Häupl ist nach fast einem Vierteljahrhundert gegangen, Bürgermeister Michael Ludwig wurde angelobt. Der frischgebackene Bürgermeister hatte in seiner vorherigen Funktion das Wohnressort inne und ist nun als Bürgermeister dafür zuständig, die Geschicke der Bundeshauptstadt zu lenken. Zweifelsohne nimmt dabei das Thema Wohnen eine gewichtige Rolle ein. Doch waren Ludwigs Vorschläge in der Vergangenheit bezogen auf die Gestaltung der wohnpolitischen Verhältnisse für Haus- und Wohnungseigentümer nicht nur ermunternd. So äußerte sich Ludwig etwa zum Entwurf für ein für uns inakzeptables „Universalmietrecht“ mit einem bundesweit einheitlichen Basiszins von € 5,50 samt gesetzlich fixierter Obergrenzen für Zu- und Abschläge, der Abwanderung von Objekten nach Ablauf von 20 Jahren ins Regime des Mietrechtsgesetzes, einer unzureichenden Berücksichtigung der Lage, Befristungsabschlägen bis zu 40% und einer nicht enden wollenden Reihe an weiteren Eingriffen in das Eigentumsrecht, durchaus positiv. Nach seinen Aussagen erfülle der Entwurf „eine Vielzahl an langjährigen Forderungen“.

Unser nächster Bundestag führt uns dieses Jahr vom 8. bis 10. Juni nach Salzburg, wo im Jahr 1946 der Österreichische Haus- und Grundbesitzerbund im Beisein von Julius Raab gegründet wurde. Mir und unseren Funktionären ist es wichtig, bei unseren bevorstehenden Beratungen den künftigen Herausforderungen der Wohnungswirtschaft ins Auge zu sehen und sich diesen zu stellen. Im Rahmen unserer Interessenvertretung wollen wir dafür Sorge tragen, dass unser ÖHGB und unsere Mitglieder zukunftsfit bleiben. Dazu muss man die Schienen jetzt legen, denn: Niemand kann in die Zukunft schauen, aber wir können jetzt schon daran bauen!

 

 

 

Österr. Haus- & Grundbesitzerbund, Landesgerichtsstraße 6, A-1010 Wien, Tel. +43 (0)1 505 74 00, Email: office@oehgb.at
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